Zwischen den Welten-Kommunikation am Sterbebett
Inhalt
Begegnungen mit schwerstkranken und sterbenden Menschen lösen bei vielen Pflegenden Unsicherheit aus: Was soll ich bloß sagen? Wann sollte ich besser schweigen? Was wäre denn jetzt die richtige Antwort? Schnell entstehen gut gemeinte, aber wenig tragende Sätze wie „Das wird schon wieder.“ oder „Lassen Sie sich nicht unterkriegen.“ Der sterbende Mensch fühlt sich damit jedoch selten getröstet, sondern oft nicht ernst genommen.
Sterbende erwarten selten die eine, richtige Antwort. Sie wünschen sich Menschen, die ihre Fragen und Themen hören, mit ihnen aushalten und sie nicht alleine lassen. Wer zuhört und genau hinschaut, erspart sich viele Worte.
Im Seminar nähern wir uns zunächst der Situation des Sterbenden selbst: den Veränderungen im körperlichen Bereich, im Bewusstsein und im zwischenmenschlichen Erleben sowie den Phasen der Krankheitsbewältigung. Wir hören in die Sprache der Sterbenden hinein, die häufig tiefgründig und voller Bilder ist und manchmal in eine geheimnisvolle Symbolsprache übergeht: Koffer werden gepackt, Wanderstiefel besohlt, Türen einen Spalt offengelassen.
Im zweiten Schwerpunkt geht es um die Kommunikation selbst: die innere Haltung als Fundament jeden Gesprächs (Wertschätzung, Empathie, Kongruenz nach C. Rogers), aktives Zuhören, das richtige Fragenstellen und der Verzicht auf typische „Killerphrasen“ wie Verharmlosungen, Belehrungen und Vertröstungen. Im Lauf des Sterbeprozesses gewinnt schließlich die nonverbale Kommunikation an Gewicht: Mimik, Gestik, Körperhaltung und Berührung werden zur eigentlichen Sprache.
Als Praxisanleiter*in vermitteln Sie all diese Kompetenzen weiter an Ihre Auszubildenden. Im Seminar erarbeiten wir, wie Sie das Erlernte berufspädagogisch wertvoll in den Anleitungsprozess integrieren und Ihre Auszubildenden Schritt für Schritt zu einem würdevollen Umgang mit Sterbenden befähigen. Praxismaterialien bekommen Sie direkt an die Hand.
Ein Seminar, das Sie persönlich stärkt und Ihre Auszubildenden mit Ihnen wachsen lässt.
1. Die Situation des Sterbenden
• Veränderungen im körperlichen Bereich: Essen, Trinken, Atmung, Bewegung, Wahrnehmung
• Veränderungen des Bewusstseins: Rückzug, Verwirrtheit, Unruhe, Bewusstlosigkeit
• Veränderungen im zwischenmenschlichen Bereich: Rückzug von der Außenwelt, veränderte Nähe und Distanz
• Die fünf Phasen der Krankheitsbewältigung (E. Kübler-Ross)
• Das Konzept des „Total Pain" (C. Saunders): körperlicher, psychischer, sozialer und spiritueller Schmerz
• Die Sprache der Sterbenden: Direktheit, Doppeldeutigkeit, starke Bilder
• Symbolsprache als „Sprache zwischen den Welten": Reise, Heimat, Tür, Schlüssel, Haus, Koffer
2. Kommunikation mit Sterbenden
• Würdevoller Umgang und respektvolle Wahrnehmung der Individualität
• Innere Haltung als Fundament: Wertschätzung, Empathie, Kongruenz (C. Rogers)
• Kommunikationsmodelle: 55-38-7-Regel (A. Mehrabian), Eisbergmodell (S. Freud)
• Verbale Kommunikation: aktives Zuhören, das richtige Fragenstellen
• Killerphrasen im Pflegealltag erkennen und ersetzen: Verallgemeinern, Verharmlosen, Belehren, Vertrösten (T. Gordon)
• Nonverbale Kommunikation: Mimik, Gestik, Körperhaltung, Blickkontakt, Berührung
• Der Hörsinn erlischt zuletzt – Sprechen in der finalen Sterbephase
• Schweigen aushalten und mitfühlende Stille
• Regeln für eine vertrauensvolle Gesprächsführung
3. Sterbebegleitung in der Praxisanleitung
• Sterben und Tod als Lerngegenstand im Ausbildungsprozess
• Auszubildende an die emotionale und kommunikative Komplexität der Sterbebegleitung heranführen
• Reflexionsräume schaffen: eigene Ängste, Grenzen und Haltung gegenüber Sterben und Tod
• Berufspädagogische Vermittlung: Gesprächsleitfäden, Fallbeispiele und Übungsformate für den Anleitungsprozess
Hinweise
Zielgruppe
Praxisanleiter*innen in der Pflege / Pflegefachkräfte in Krankenhäusern und Altenpflegeeinrichtungen
Dozentin: Verena Fröhlich
Seminarkosten: 315 Euro inkl. Mittagessen und Getränke
Anrechenbar im Rahmen der 24 Stunden Pflichtfortbildung für Praxisanleiter*innen
| Kursnummer | PA/12/2027 |
| Kosten | 315 € |
| Freie Plätze | 11 |
| Zeitraum | 07.06.2027 - 08.06.2027 |
| Kurszeiten | Bitte erfragen Sie die genauen Kurszeiten im Sekretariat. |
| Anmeldefrist | 10.05.2027 |
| Ort | Bildungscampus St. Johannisstift Paderborn |
Sie haben noch Fragen zu unseren Kursangeboten? Wir helfen Ihnen gerne weiter.
Andrea Kampmann
Stefanie Haneke
05251 4141-522
stefanie.haneke@bic-pb.de