Was erwartet dich als Logopäde/Logopädin
Als Logopädin oder Logopäde ist es deine Aufgabe, Menschen aller Altersklasse zu diagnostizieren, zu therapieren und zu beraten. Jeder deiner Patientinnen und Patienten besitzt eine eigene (Leidens-)Geschichte und individuelle Beschwerden, die du gemeinsam mit ihnen aufarbeitest, sodass Sprach- oder Sprechschwierigkeiten sowie Stimm-, Schluck- oder Hörstörungen reduziert werden und so Barrieren im Leben der zu therapierenden Menschen verringert oder vollständig beseitigt werden. Dabei planst dazu Therapien, die auf die individuellen Störungen und Leiden deiner Patientinnen und Patienten abgestimmt sind und setzt diese eigenverantwortlich um.
Der dreijährige Tim leidet unter einer Sprachentwicklungsverzögerung. Damit dieser im voranschreitenden Alter keine nachhaltigen Kommunikations- und Sprachschwierigkeiten hat, unterstützt du ihn dabei, die sprachliche Entwicklungsverzögerung aufzuholen. Auf der Stroke-Unit, einer Spezialstation für Schlaganfall-Patientinnen und -Patienten therapierst du ebenfalls Susanne, die nach ihrem Schlaganfall unter Schluckstörungen leidet. Einem weiteren Patienten, der Redeflussstörungen aufweist, hilfst du mit einer Therapie dabei, die Verständigung zu erleichtern und falls möglich die Sprachflüssigkeit zu erhöhen. Somit arbeitest du aktiv daran, die kommunikativen Fähigkeiten deiner Patientinnen und Patienten aufrechtzuerhalten, zu verbessern oder wiederherzustellen.
Arbeitsfelder
- Praxen
- Rehabilitationseinrichtungen
- Kliniken
- Phoniatrischen Abteilungen
- integrative Kindergärten
Zukunftsperspektiven
Deine Zukunftschancen als Logopädin oder Logopäde sind breit gefächert. Dementsprechend kannst du als Angestellte*r in Krankenhäusern, Rehabilitationskliniken, logopädischen oder ärztlichen Praxen oder auch in Sondereinrichtungen für sprach- oder hörbehinderte Kinder arbeiten. Es besteht auch die Möglichkeit, alleine oder gemeinsam mit anderen eine eigene Praxis zu gründen.
Falls du lieber im Bildungsbereich arbeiten möchtest, kannst du natürlich auch diesen Weg beschreiten. Denn nach entsprechender Berufserfahrung und akademischen Abschluss ist es dir möglich, an Berufsfachschulen zu unterrichten, oder als Dozent*in im Fortbildungsbereich zu arbeiten. Dies ermöglicht dir dein Wissen und deine Erfahrungen mit jungen angehenden oder bereits ausgebildeten, fest im Berufsleben stehenden Logopädinnen und Logopäden zu teilen. Deine bereits angeeigneten Kenntnisse kannst du mithilfe von vielen abwechslungsreichen Fort- und Weiterbildungen vertiefen, erweitern und dich so auf diese Weise in bestimmten Feldern spezialisieren. Zudem besteht die Möglichkeit, sich zum*r Legasthenietrainer*in weiterbilden zu lassen.
Dein Weg zur Logopädin/zum Logopäden
Die Ausbildung beginnt jährlich am 1. Oktober. Sie dauert drei Jahre und schließt mit einem Staatsexamen ab.
Innerhalb deiner Ausbildungszeit arbeitest du in der praktischen Phase pro Woche 38,5 Stunden. In der Unterrichtsphase beginnt dein Unterricht montags bis freitags um 08:30 Uhr und endet um 16:00 Uhr. Die Ausbildung zur Logopädin oder zum Logopäden umfasst insgesamt 3840 Stunden. Davon fallen 1740 Stunden auf den theoretisch-praktischen Unterricht und 2100 Stunden auf die praktische Ausbildung an Patientinnen und Patienten unter der fachlichen Aufsicht und Anleitung der Lehrkräfte.
Damit du im späteren Berufsleben die anstehenden Aufgaben selbstständig und eigenverantwortlich ausführen kannst, werden dir die wichtigsten Kompetenzen einer Logopädin bzw. eines Logopäden vermittelt. Neben den Kernkompetenzen des Berufs lernst du wie logopädische Diagnostiken, Therapien und Beratungen mit allen Arten von Stimm-, Sprach-, Sprech-, Redefluss- oder Schluckstörungen geplant, durchgeführt und kritisch geprüft werden.
Weiterhin werden deine sozial-kommunikativen und personalen Kompetenzen gefördert, sodass du ein noch tieferes Verständnis für deine Patientinnen und Patienten und ihre Perspektive aufbaust und ihnen so die optimale Therapie bieten kannst. Des Weiteren werden empathischen Fähigkeiten sowie deine Kommunikationsfähigkeiten geschult sowie deine Belastbarkeit und dein Selbstvertrauen gestärkt.
Zwei ausbildungsintegrierende Möglichkeiten
An unserem Institut steht es dir frei zwischen einer allgemeinen Ausbildung, oder einer unserer zwei ausbildungsintegrierenden Möglichkeiten zu wählen.
- Durch unsere Kooperation mit der Hochschule Osnabrück und der Fachhochschule Bielefeld kannst du nach oder während deiner Ausbildung ein Bachelorstudium beginnen. Falls du dich für die erste Möglichkeit entscheidest, strebst du einen Bachelorabschluss an der Hochschule Osnabrück an. Anschließend an deine Ausbildung studierst du drei weitere Semester an der Hochschule.
- Die zweite Option beinhaltet ein Studienbeginn an der Fachhochschule Bielefeld innerhalb deiner Ausbildung. Während deines 2. Ausbildungsjahrs belegst du an der Fachhochschule zusätzliche Module und studierst nach Abschluss der Ausbildung noch drei bis vier Semester weiter.
Expertise
Interprofessionalität bereits in der Ausbildung.
Enge Zusammenarbeit mit den anderen Berufsgruppen
- An unserem Institut arbeiten wir eng mit den anderen Berufsgruppen zusammen, darunter die Ergotherapie, Physiotherapie und Pflege. Durch diese Zusammenarbeit kommt es oft zu gemeinsamen Unterrichtsveranstaltungen und gemeinschaftlichen Projekten wie „Mein Beruf-Dein Beruf“ oder „Ein Patient für Alle“.
Zeitgemäße Ausbildung nach aktuellem Stand der Wissenschaft
Kompetenz- und handlungs- bzw. problemorientiertes Lernen
- Abgesehen von Fachkompetenzen, die wir durch realitätsnahen Unterricht vermitteln, liegen uns die Weiterentwicklung deiner sozial-kommunikativen und personalen Kompetenzen am Herzen. Daher ist die Fächerorientierung an unserem Institut zugunsten von kompetenz- und handlungs- bzw. problemorientierten Lernbereichen aufgebaut.
Im theoretisch-praktischen Teil deiner Ausbildung werden dir vier Kernbereiche vermittelt. Es erwarten dich die Fachbereiche der Logopädie, welche zum Beispiel Spracherwerbsstörungen, Stimmstörungen oder Artikulationsstörungen beinhalten sowie das Fachgebiet der Stimmbildung mit den Kernpunkten Sprecherziehung, Stimmbildung und Musiktherapie.
Zusätzlich werden geistes- und rechtswissenschaftliche Grundlagen, darunter Pädagogik, Phonetik und Psychologie, vermittelt.
Aber auch medizinische Grundlagen wie Audiologie und Pädaudiologie, Neurologie und Kieferorthopädie gehören zu den Inhalten, die dir in der Ausbildung nähergebracht werden.
Mit dem Ziel, dass du deine theoretischen Kenntnisse und Fertigkeiten vertiefen und dein erworbenes Wissen in die Praxis umsetzen kannst, wirst du in deiner praktischen Berufsausbildung in verschiedenen Bereichen arbeiten. So wirst du in der schuleigenen Ambulanz Patientinnen und Patienten unter der fachlichen Aufsicht und Anleitung der Lehrkräfte behandeln. Darüber hinaus triffst du in logopädischen Praxen, Reha-Einrichtungen und Kliniken auf Patientinnen und Patienten aller Altersklassen und sammelst erste Erfahrungen als angehende Logopädin oder angehender Logopäde. Deine praktische Ausbildung beinhaltet insbesondere die Kernbereiche Kindersprache, Stimme, Redefluss und neurologische Störungen.
Du benötigst:
- eine Fach-(Hochschulreife) oder einen Realschulabschluss
- die notwendige gesundheitliche Eignung
- ein einfaches Führungszeugnis
- gute Deutschkenntnisse
- letztes Schulzeugnis
Wichtig: Ein Praktikum vor Beginn der Ausbildung ist sehr wünschenswert und wird unbedingt empfohlen, ist aber keine Voraussetzung für einen Ausbildungsplatz.
Als Logopädin oder Logopäde gehst du tagtäglich in den Austausch mit Patientinnen und Patienten sowie ihren Angehörigen, daher ist es von Vorteil, wenn du eine gute Kommunikationsfähigkeit besitzt und kontaktfreudig bist. Zudem solltest du gute stimmliche und artikulatorische Kompetenzen sowie schriftsprachliche Ausdrucksfähigkeit mitbringen.
Aufgrund der Tatsache, dass du als Logopädin oder Logopäde viel mit Menschen kommunizierst und du zusammen mit deiner Stimme und deinem Gehör die wichtigsten Arbeitsmittel darstellt, benötigst du eine gesunde und belastbare Stimme sowie ein normales Seh- und Hörvermögen.
In einigen Bereichen arbeiten Logopädinnen und Logopäden mit der Musiktherapie, weshalb Musikalität und ein gutes Rhythmusgefühl von Vorteil sein können.
Eine erfolgreiche Therapie kann ein langer, beschwerlicher Weg für deine Patientinnen und Patienten sein, daher solltest du empathisch und geduldig mit ihnen umgehen können.
Da du eigenverantwortlich an Therapieplänen arbeitest ist es wichtig, dass du flexibel und kreativ bei der Lösungsfindung von Problemen arbeitest, und in der Lage bist, Kritik anzunehmen und dich selbst zu reflektieren.
Das empfohlene Mindestalter beträgt 18 Jahre.
Bewirb dich jetzt mit folgenden Unterlagen im PDF Format:
- Bewerbungsanschreiben mit Begründung zur Berufswahl
- tabellarischer Lebenslauf
- Ärztliches Gesundheitsattest
- Kopie des Personalausweises
- Polizeiliches Führungszeugnis
- letztes Schulzeugnis
- Bewerberbogen aus den Downloads
Außerdem, falls du…
bereits einen Beruf erlernt hast:
- Berufsabschlusszeugnis
bereits ein Praktikum absolviert hast:
- Praktikumszeugnis
Habe ich während meiner Ausbildung auch Ferien?
Wir haben feste Ferienzeiten, in denen kein Unterricht stattfindet. Diese sind um die Osterfeiertage, im Sommer, im Herbst und um die Weihnachtstage. Die exakten Daten variieren von Jahr zu Jahr.
Wo finde ich das Lippe-Institut?
Das Lippe-Institut befindet sich im Arminiuspark 7 in Bad Lippspringe.
Kostet mich die Ausbildung zur Logopädin/ zum Logopäden etwas?
Die Ausbildung ist schulgeldfrei. Es fallen lediglich Kosten für Bücher und gegebenenfalls Ausflüge an.
Gibt es Förderungsmöglichkeiten?
Unsere Ausbildungen sind förderfähig nach dem BAföG.
Die Höhe der Ausbildungsvergütung richtet sich nach dem Tarifvertrag des Ausbildungsträgers und liegt zwischen 1.365 und 1.522 Euro (Brutto) im Monat.
Gibt es ein Wohnheim oder weitere günstige Wohnmöglichkeiten im Umkreis des Lippe-Instituts?
Einige Vermieter im Ort bieten kleine Wohnungen, teilweise möbliert, kostengünstig für unsere Auszubildenden an.
Ist eine Übernahme nach der Ausbildung möglich?
Die Chancen auf eine Übernahme stehen sehr gut und wird von den Trägern oft sogar gewünscht.
Was verdienen vollausgebildete Logopädinnen/Logopäden?
Das Einstiegsgehalt beträgt monatlich durchschnittlich 2.250€ (brutto).
Starte jetzt deine Ausbildung!
Bewirb dich am besten direkt hier online für die Ausbildung in der Logopädie.
Solltest du noch Fragen haben, ruf uns gerne an: 05252 9889-300
Der Kurs für 2026 ist bereits ausgebucht. Die nächste Bewerbungsphase startet im Oktober 2026 für das kommende Jahr.
Anschrift
Bildungscampus Bad Lippspringe
(ehemals Lippe-Institut)
Arminiuspark 7
33175 Bad Lippspringe
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