Im Zusammenhang mit den in der Presse veröffentlichten Informationen (u.a. „Ausbildung Intensivpflege in Marsberg und Paderborn“ im WDR vom 21.07.26) beziehen wir Stellung und weisen darauf hin, dass es sich um eine von der Bildungscampus gGmbH nicht freigegebene Pressemitteilung handelt.
Bereits der Titel des Beitrags „Ausbildung Intensivpflege in Marsberg und Paderborn“ suggeriert, dass ein neues Ausbildungsformat jenseits der generalistischen Pflegeausbildung etabliert werden soll, in dem sich Auszubildende in der Intensivpflege ausbilden lassen.
Dieser Darstellung müssen wir entschieden widersprechen. Die Pflegeschule der Bildungscampus für Gesundheits- und Sozialberufe gGmbH wird eine regelkonforme dreijährige generalistische Pflegeausbildung anbieten, in der die Auszubildenden in ausgewählten Praxiseinsätzen auf Intensivstationen bzw. Intermediate Care-Stationen eingesetzt werden. Alle Einsätze erfolgen selbstverständlich in Konformität der Ausbildungs- und Prüfungsverordnung für die Pflegeberufe.
Insofern hat eine Genehmigungsnotwendigkeit seitens der zuständigen Bezirksregierung, der das Vorhaben im Vorfeld erläutert wurde, nie vorgelegen. Die Behauptung im Artikel „Erst vor wenigen Wochen wurde es von der Bezirksregierung genehmigt“ ist somit nicht richtg.
Wir treten auch der Veröffentlichung entgegen, nach der das Ausbildungskonzept „neu und bundesweit erstmalig in Paderborn“ durchgeführt wird. Das Ausbildungskonzept wird bereits in anderen Bundesländern wie bspw. Hessen erfolgreich angewandt.
Wir hoffen, mit diesen Informationen zur Sachverhaltsklärung beitragen zu können und möchten uns ausdrücklich für die entstandenen Unannehmlichkeiten entschuldigen.
Das eigentliche Ziel der Ausbildung mit Praxiseinsätzen in der Intensivpflege bleibt bestehen: Mit dem Ausbildungskonzept der BBT-Region Paderborn/Marsberg möchten wir angehenden Pflegefachkräften bereits während ihrer Ausbildung einen Einblick im Bereich Intensivpflege ermöglichen. Die Intensivpflege gehört zu den komplexesten Bereichen der Gesundheitsversorgung. Sie erfordert neben fundiertem Fachwissen ein hohes Maß an Verantwortungsbewusstsein, Teamarbeit und Sicherheit im Umgang mit anspruchsvollen Versorgungssituationen.
Der bundesweite Fachkräftemangel auf den Intensivstationen und angrenzenden Fachbereichen wie Intermediate Care (IMC) ist bereits heute hoch und wird sich ohne tiefgreifende Veränderungen weiter verschärfen. Zu diesem Ergebnis kommt u. a. die Deutsche Interdisziplinäre Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI) in ihrer 2026 veröffentlichten Studie „Bleiben oder gehen? Faktoren der Mitarbeiterbindung in der Intensivmedizin: Ergebnisse einer multiprofessionellen, bundesweiten Querschnittsstudie in Deutschland“.
Vor dem Hintergrund ist es das Bestreben der Christliches Klinikum Paderborn gGmbH in Zusammenarbeit mit der Bildungscampus für Gesundheits- und Sozialberufe St. Johannisstift gGmbH als Träger von Pflegeschulen, innovative Konzepte zur Sicherung des Nachwuchses zu initiieren bzw. umzusetzen.
Während der dreijährigen Ausbildung absolvieren die Auszubildenden ihre praktischen Einsätze unter anderem auf den Intensivstationen und Intermediate Care Stationen (IMC) des Christlichen Klinikums Paderborn und des St.-Marien-Hospitals Marsberg. Ergänzend erfolgen Einsätze bei spezialisierten ambulanten Pflegediensten, beispielsweise in der Versorgung von Menschen mit Langzeitbeatmung.
Das Curriculum der generalistischen Pflegeausbildung bleibt dabei vollständig erhalten. Ein besonderer Vorteil des Konzepts: Die angehenden Pflegefachkräfte werden während ihrer Ausbildung eng in die Teams der Intensiv- und IMC-Bereiche eingebunden. Sie erleben die Zusammenarbeit mit erfahrenen Kolleginnen und Kollegen und lernen komplexe Versorgungssituationen kennen. Darüber hinaus werden die Auszubildenden im Rahmen der gesetzlich verankerten Praxisanleitung und Praxisbegleitung engmaschig begleitet.
Sie erhalten einen Einblick in die Intensivpflege und können fundiert entscheiden, ob sie eine Fachweiterbildung Intensivpflege und Anästhesie bspw. am Bildungscampus St. Johannisstift absolvieren wollen.
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