Ingeborg Rüsing geht in den Ruhestand und kommt doch wieder – mit der Aromapflege
Niemals geht man ja so ganz… vor allen Dingen dann nicht, wenn eine Beziehung schon 45 Jahre andauert. So wie bei Ingeborg Rüsing und dem St. Johannisstift.
Die meisten von uns kennen sie aus unserem Sophie Cammann-Haus, wo sie seit 2010 den Wohnbereich Königsplatz leitet, und über ihr Steckenpferd, die Aromapflege. „Inge“ Rüsing hat aber schon viel früher ihre Spuren im Johannisstift hinterlassen, und zwar seit 1980. Da hat sie nämlich ein Jahrespraktikum in der Inneren/Frauen bei uns im Krankenhaus gemacht und dann von 1992 bis 2003 als Stations- und Pflegeleitung der Inneren und der Wahlleistungsstation dort gearbeitet.
So richtig ihr Herz hat sie dann wohl in der Arbeit mit Menschen mit Demenz verloren: „Die Entscheidung für diesen Arbeitsplatz habe ich nie bereut. Den Umgang mit Menschen mit Demenz habe ich als erfüllend und bereichernd erlebt. Menschen mit Demenz treten ihrem Gegenüber unverstellt gegenüber. Diese Ehrlichkeit schätze ich sehr.“ Für sie sei es immer ein gutes Gefühl gewesen, wenn es dem Team gelungen sei, einen neu eingezogenen Bewohner oder eine Bewohnerin zu integrieren und, soweit wie es möglich gewesen sei, ein neues Zuhause zu geben, erklärt Ingeborg Rüsing. „Die Begleitung auf dem letzten Weg war mir immer sehr wichtig und gab meiner Arbeit Sinn. Da jede Bewohnerin und jeder Bewohner mit seiner Erkrankung einzigartig war und individuell betreut werden musste, war meine Arbeit nie eintönig.“
15 Jahre lang hat Ingeborg Rüsing diese bereichernde Tätigkeit mit ganz viel Engagement und Liebe umgesetzt und war dabei auch eine sehr beliebte und respektierte Kollegin, wie Pflegedienstleiter Moritz Giefers nicht nur einmal hat durchblicken lassen. Jetzt geht sie mit 63 Jahren in den Ruhestand, weil sie noch ganz viel vorhat, zum Beispiel mit ihrem Hobby, dem Hundesport.
Aber: Ein bisschen bleibt sie uns, Gott sei Dank! Inge Rüsing beschäftigt sich nämlich auch schon seit viele Jahren mit der Aromapflege und hat darin viele unserer Kolleg*innen geschult. Und mit dieser Kompetenz wird sie uns auch weiterhin zur Verfügung stehen. Die Aromapflege wird im St. Johannisstift für alle Bewohner*innen angeboten, und zwar von Pflegekräften, die auch als Aromapflegebeauftragte tätig sind.
Inge Rüsing erklärt, warum die Aromapflege ganz besonders in der Altenhilfe so bereichernd ist: „Düfte können die Türen zu den Erinnerungen öffnen und somit einen wertvollen Beitrag bei der Biografiearbeit leisten. Auf körperlichen Ebene wirken ätherische Öle unter Anderem schmerzreduzierend, antibakteriell, antiviral und antimykotisch und können somit körperliche Beschwerden prophylaktisch verhindern, lindern und auch heilen.“ Wie gut, dass wir auch weiterhin so eine kompetente Kollegin an Bord haben, die ihr Wissen weitergibt!
