{"id":10348,"date":"2024-09-26T08:56:11","date_gmt":"2024-09-26T06:56:11","guid":{"rendered":"https:\/\/www.johannisstift.de\/altenhilfe\/25-jahre-ambulanter-hospizdienst-st-johannisstift-e-v\/"},"modified":"2024-09-26T09:50:17","modified_gmt":"2024-09-26T07:50:17","slug":"25-jahre-ambulanter-hospizdienst-st-johannisstift-e-v","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.johannisstift.de\/altenhilfe\/25-jahre-ambulanter-hospizdienst-st-johannisstift-e-v\/","title":{"rendered":"25 Jahre Ambulanter Hospizdienst St. Johannisstift e.V."},"content":{"rendered":"\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Aus einem kleinen Funken ist ein erfolgreicher Verein geworden<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u201eDer Tod geh\u00f6rt zum Leben.\u201c Diesem Satz w\u00fcrden zwar viele Menschen zustimmen, dennoch w\u00fcrde der Tod immer noch weitgehend ausgeblendet, sagte Wolfgang Specht, Vorstandsvorsitzender des Ambulanten Hospizdienstes St. Johannisstift e.V. bei der Feier des 25-j\u00e4hrigen Bestehens des Vereins. Dazu waren rund 80 Mitglieder, Kooperationspartner und Freunde des Hospizdienstes in den gro\u00dfen Saal des Historischen Rathauses gekommen. \u201eEs ist bisher nicht gelungen, den Tod in das Leben zur\u00fcckzuholen\u201c, sagte Specht und beschrieb damit die wichtige und bleibende Aufgabe der Hospiz- und Palliativbewegung. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Verein wurde 1999 gegr\u00fcndet. Zurzeit hat er 155 Mitglieder, davon 48 ehrenamtliche Sterbebegleiterinnen und Sterbebegleiter. In den 25 Jahren seines Bestehens wurden insgesamt 217 Menschen in der Sterbebegleitung ausgebildet. Bis jetzt wurden j\u00e4hrlich zwischen 50 und 80 schwerkranke und sterbende Menschen im Alter von 32 bis 100 Jahren und auch deren Zu- und Angeh\u00f6rige begleitet. Die Dauer der Begleitungen reicht von einigen Stunden bis zu wenigen Monaten. Ohne selbst pflegerisch t\u00e4tig zu werden, entlasten und unterst\u00fctzen die ehrenamtlich T\u00e4tigen Betroffene im Alltag. Au\u00dferdem bietet der Verein \u201eLetzte Hilfe Kurse\u201c an, die sich an B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrger ohne Vorkenntnisse richten. Die Teilnehmenden erhalten unter anderem Informationen \u00fcber den Sterbeprozess, zum Umgang mit Sterbenden und zu Hilfsangeboten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u201eDie Zahlen zeigen, welche gro\u00dfartige Arbeit Sie geleistet haben\u201c, dankte Specht den Mitarbeitenden. Sterbebegleitung sei eine schwierige Aufgabe, die Begleiteten w\u00fcrden aber auch eine Menge zur\u00fcckgeben\u201c, betonte der Vereinsvorsitzende. Sein Dank galt dem St. Johannisstift, das von Anfang an die Infrastruktur kostenlos zur Verf\u00fcgung stellt. Bis 2003 wurde die Arbeit ausschlie\u00dflich ehrenamtlich geleistet, seitdem gibt es eine Teilfinanzierung durch die Krankenkassen und hauptamtliche Koordinatorinnen, aktuell Heike Bade und Kirsten Preik-Schmidt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u201eDas Leben besteht nicht nur aus dem Ende, sondern auch aus den Tagen, die davor liegen. Sie schaffen die M\u00f6glichkeit, diese Tage in W\u00fcrde zu leben\u201c, sagte Verena Haese, stellvertretende Landr\u00e4tin des Kreises Paderborn. Die Arbeit des Hospizdienstes zeige, dass Mitmenschlichkeit in unserer Gesellschaft noch Platz habe, so Haese. \u201eWir sind es uns als Gesellschaft schuldig, dass Menschen nicht alleine sterben\u201c, unterstrich Dieter Honervogt, stellvertretender B\u00fcrgermeister der Stadt Paderborn. In einer \u00e4lter werdenden Gesellschaft sei ehrenamtliches Engagement unverzichtbar. \u201eBei diesem Engagement sind Sie ganz weit vorne\u201c, dankte Honervogt den Ehrenamtlichen des Hospizdienstes.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><br>Martin Wolf, Vorstand der Stiftung St. Johannisstift, erinnerte an seinen Vorg\u00e4nger J\u00f6rg Teuteberg. Dieser habe sich von der Hospizbewegung inspirieren lassen und mit der Gr\u00fcndung des Hospizvereins einen kleinen Funken entz\u00fcndet, aus dem ein w\u00e4rmendes Feuer geworden sei. \u201eOhne den Ambulanten Hospizdienst w\u00e4re das St. Johannistift nicht vollst\u00e4ndig\u201c, betonte Wolf und sagte weiter: \u201eWir arbeiten gut zusammen und machen genauso weiter.\u201c <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ihren \u201eBlick in die Glaskugel\u201c zur Frage, wie Hospiz- und Palliativversorgung in Zukunft gelingen kann, begann die Festrednerin Martina Kern, Leitung des Zentrums f\u00fcr Palliativmedizin in Bonn, mit einer Erinnerung an die Anf\u00e4nge der modernen Hospizbewegung und ihre Begr\u00fcnderin Cicely Saunders. Es sei eine Gegenbewegung gewesen gegen eine beschleunigte Gesellschaft und gegen ein beschleunigtes Gesundheitswesen. \u201eEs war eine Revolution gegen das Verst\u00e4ndnis vom Tod als eine unliebsame Panne\u201c, so Kern. Die Hospizbewegung sei ein St\u00f6rfaktor im Gesundheitssystem gewesen und sei es immer noch. \u201eWir m\u00fcssen raus aus den einengenden Standards. Wir wollen individuell arbeiten\u201c, beschrieb Kern die Leitidee.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Entwicklung der Hospiz- und Palliativarbeit sei eine Erfolgsgeschichte. \u201eWir haben wahnsinnig viel erreicht\u201c, sagte Kern. Die aktuelle Herausforderung sei die zunehmende emotionale Abk\u00fchlung (\u201eCool Out\u201c) der Gesellschaft. \u201eDie Welt ist k\u00e4lter und gleichg\u00fcltiger geworden. Dagegen k\u00e4mpfen wir an\u201c, betonte Kern. Empathie sei nicht zu ersetzen: \u201eWir brauchen st\u00e4rker sorgende Gemeinschaften.\u201c N\u00f6tig sei auch eine Erinnerung an den Anfangsgeist der Hospiz- und Palliativbewegung. \u201eDiesen Geist m\u00fcssen wir erhalten\u201c, forderte Kern.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Musikalisch begleitet wurde die Jubil\u00e4umsfeier vom Paderborner Musiker Dieter Nowak, dessen eigene Kompositionen am Klavier die festliche Atmosph\u00e4re gef\u00fchlvoll untermalten.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-group\"><div class=\"wp-block-group__inner-container is-layout-constrained wp-block-group-is-layout-constrained\">\n<div class=\"wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-8f761849 wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-vertically-aligned-stretch is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:50%\">\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ihren \u201eBlick in die Glaskugel\u201c zur Frage, wie Hospiz- und Palliativversorgung in Zukunft gelingen kann, begann die Festrednerin Martina Kern, Leitung des Zentrums f\u00fcr Palliativmedizin in Bonn, mit einer Erinnerung an die Anf\u00e4nge der modernen Hospizbewegung und ihre Begr\u00fcnderin Cicely Saunders. Es sei eine Gegenbewegung gewesen gegen eine beschleunigte Gesellschaft und gegen ein beschleunigtes Gesundheitswesen. \u201eEs war eine Revolution gegen das Verst\u00e4ndnis vom Tod als eine unliebsame Panne\u201c, so Kern. Die Hospizbewegung sei ein St\u00f6rfaktor im Gesundheitssystem gewesen und sei es immer noch. \u201eWir m\u00fcssen raus aus den einengenden Standards. Wir wollen individuell arbeiten\u201c, beschrieb Kern die Leitidee.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Entwicklung der Hospiz- und Palliativarbeit sei eine Erfolgsgeschichte. \u201eWir haben wahnsinnig viel erreicht\u201c, sagte Kern. Die aktuelle Herausforderung sei die zunehmende emotionale Abk\u00fchlung (\u201eCool Out\u201c) der Gesellschaft. \u201eDie Welt ist k\u00e4lter und gleichg\u00fcltiger geworden. Dagegen k\u00e4mpfen wir an\u201c, betonte Kern. Empathie sei nicht zu ersetzen: \u201eWir brauchen st\u00e4rker sorgende Gemeinschaften.\u201c N\u00f6tig sei auch eine Erinnerung an den Anfangsgeist der Hospiz- und Palliativbewegung. \u201eDiesen Geist m\u00fcssen wir erhalten\u201c, forderte Kern.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Musikalisch begleitet wurde die Jubil\u00e4umsfeier vom Paderborner Musiker Dieter Nowak, dessen eigene Kompositionen am Klavier die festliche Atmosph\u00e4re gef\u00fchlvoll untermalten.<\/p>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:50%\">\n<p class=\"has-fl-accent-background-color has-background wp-block-paragraph\"><strong>Neuer Basiskurs startet<\/strong><br>Bereits seit 25 Jahren bietet der Ambulante Hospizdienst St. Johannisstift e.V. Basis- und Aufbaukurse mit umfassender Ausbildung zur ehrenamtlichen Begleitung sterbender und schwerkranker Menschen an. Der mittlerweile 18. Kurs startet am Mittwoch, 9. Oktober 2024, mit einem Informationsabend. Der Basis-Kurs besteht aus sechs Einheiten und wendet sich an Interessierte, die sich ehrenamtlich in der Hospizbewegung engagieren m\u00f6chten. Vermittelt werden vor allem allgemeine Kenntnisse zur Hospiz- und Palliativbewegung und den Hilfsangeboten in Paderborn sowie rechtliche Grundlagen.<br>Einen Schwerpunkt bildet der eigene Umgang mit Tod, Sterben und Trauer. Ab Januar 2025 k\u00f6nnen die bereits erworbenen Grundkenntnisse in einem Aufbaukurs vertieft werden. <strong>Information und Anmeldung: <\/strong>Koordinatorinnen Heike Bade, Kirsten Preik-Schmidt, Tel. (05251) 291909, E-Mail: buero@hospizdienst-paderborn.de<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"http:\/\/www.hospizdienst-paderborn.de\/\">Weitere Informationen hier.<\/a> <\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div><\/div>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201eDer Tod geh\u00f6rt zum Leben.\u201c Diesem Satz w\u00fcrden zwar viele Menschen zustimmen, dennoch w\u00fcrde der Tod immer noch weitgehend ausgeblendet, sagte Wolfgang Specht, Vorstandsvorsitzender des Ambulanten Hospizdienstes St. Johannisstift e.V. bei der Feier des 25-j\u00e4hrigen Bestehens des Vereins. <\/p>\n","protected":false},"author":20,"featured_media":10350,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"footnotes":""},"categories":[1,13,35],"tags":[43,254,74],"class_list":["post-10348","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-allgemein","category-altenhilfe","category-stiftung","tag-altenhilfe","tag-hospizdienst","tag-paderborn"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.johannisstift.de\/altenhilfe\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/10348","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.johannisstift.de\/altenhilfe\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.johannisstift.de\/altenhilfe\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.johannisstift.de\/altenhilfe\/wp-json\/wp\/v2\/users\/20"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.johannisstift.de\/altenhilfe\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=10348"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.johannisstift.de\/altenhilfe\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/10348\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.johannisstift.de\/altenhilfe\/wp-json\/wp\/v2\/media\/10350"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.johannisstift.de\/altenhilfe\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=10348"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.johannisstift.de\/altenhilfe\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=10348"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.johannisstift.de\/altenhilfe\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=10348"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}