Über uns

Unsere Leitlinien

Einleitung

Unsere Leitlinien versuchen, das innere Profil des St. Johannisstiftes als Ganzes zu beschreiben. Sie sollen zum Gespräch über den Arbeitsplatz anregen und Entwicklungen anstoßen, die die Unternehmenskultur, die Arbeitsatmosphäre und die Außenwirkung des St. Johannisstiftes fördern. Die Leitlinien müssen sich in der Praxis bewähren.

I. Unser Selbstverständnis

Das St. Johannisstift wurde im Jahre 1863 gegründet, weil der evangelische Kirchenkreis Paderborn eine Einrichtung benötigte, in der arme, alte und kranke evangelische Christen gepflegt werden konnten, die sonst nirgendwo Hilfe bekamen. Darin sahen die Gründer des St. Johannisstiftes ihren diakonischen Auftrag. Sie wählten zum Leitwort: "Dies Gebot haben wir von ihm, daß, wer Gott liebt, daß der auch seinen Bruder liebe." (1.Joh. 4,21)

Im Laufe der Zeit hat sich unser diakonischer Auftrag über die evangelischen Christen hinaus erweitert. Außerdem sind viele Arbeitsbereiche in und außerhalb von Paderborn hinzugekommen. Dennoch ist das biblische Leitwort heute - wie damals - Orientierung und Auftrag für unser diakonisches Handeln.

"Liebe" bedeutet für unser Handeln, daß es auf die Wahrnehmung und die Behebung körperlicher, seelischer und sozialer Notlagen ausgerichtet ist. Wir legen Wert darauf, jeden Menschen als Persönlichkeit zu respektieren, ungeachtet seiner Volks-, Staats-, Religions-, Geschlechts- und Statuszugehörigkeit und seiner körperlichen und seelischen Verfassung.

"Liebe" betrifft aber auch uns selbst. Wir achten auf uns und berücksichtigen die Grenzen unserer persönlichen Möglichkeiten.

Viele von uns motiviert der christliche Glaube zum Handeln. Aber auch andere, z.B. humanistische Einstellungen sind willkommen, wenn sie die evangelische Tradition des St. Johannisstiftes in ihrer gegenwärtigen Ausprägung respektieren.

II. Unsere Handlungsfelder

Unser Handeln vollzieht sich in verschiedenen stationären und ambulanten Arbeitsfeldern: im Krankenhaus, in Wohn- und Pflegeeinrichtungen, in der Kinder- und Jugendhilfe und in der Ausbildung. Wir stimmen unsere Angebote aufeinander ab, um eine umfassende und ganzheitliche Versorgung zu gewährleisten. Wenn wir Menschen beraten, behandeln, pflegen, betreuen und ausbilden, so kommt es uns selbstverständlich auf Fachkompetenz, aber besonders auch auf den Aufbau und die Pflege der menschlichen Beziehung an. Wer zu uns kommt, bedarf unserer persönlichen Zuwendung und unserer Freundlichkeit. Er soll beides durch uns als Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter erfahren. Wir wollen Menschen ein Stück auf ihrem Weg begleiten und dabei unseren fachlichen Beitrag dazu leisten, daß sie ein möglichst selbständiges Leben führen können. Wir sorgen dafür, daß das soziale Umfeld der Menschen in unser Handeln einbezogen wird.Unser besonderes Augenmerk gilt der Würde und dem Schutz der Schwächeren.

III. Wir - Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

Im St. Johannisstift ist uns das Miteinander wichtig. Nur so können wir unseren Auftrag erfüllen und allen, die sich uns anvertrauen, ein verläßlicher Partner sein. Wir bilden eine Dienstgemeinschaft aus haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Besonderen Wert legen wir darauf:

  • uns gegenseitig als Person zu achten und wertzuschätzen,
  • offen und vertrauensvoll miteinander umzugehen,
  • weniger übereinander als miteinander zu reden,
  • Konflikte anzusprechen und zu bearbeiten,
  • Kritik konstruktiv anzubringen und anzunehmen, so daß sie förderlich für das Miteinander ist,
  • mit gegenseitiger Anerkennung und Lob nicht zu sparen,
  • zu eigenen Fehlern zu stehen,
  • zu informieren, wo Bedarf an Information ist,
  • zu handeln, wo Bedarf zum Handeln ist,
  • zu lernen durch Fort- und Weiterbildung,
  • Verantwortung zu übernehmen, und zwar für uns selbst und das größere Ganze, z.B. das Team,
  • für uns ganz persönlich genügend freien Raum zu schaffen und auch miteinander zu feiern.

Hierbei unterstützen wir uns gegenseitig. Besondere Verantwortung tragen die Führungskräfte. Sie haben Vorbildfunktion in ihrem Verhalten gegenüber Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und in ihrem Umgang miteinander.

IV. Das St. Johannisstift in der Gesellschaft

Das Angebot des St. Johannisstiftes kann nur gut sein, wenn wir den Dialog mit allen, die mit uns zu tun haben und die wir erreichen wollen, suchen und fördern. Wir sind auf kritische Anregungen angewiesen, damit wir das Unternehmen St. Johannisstift mit seinen Einrichtungen weiterentwickeln können. Wir wollen die gute Qualität unserer Leistungen sichern und ständig verbessern. Wir müssen wirtschaftlich handeln, damit wir unseren diakonischen Auftrag erfüllen können. Die knappen, auch durch gesetzliche Vorgaben begrenzten, Ressourcen setzen wir möglichst effektiv und umweltschonend ein. Um unsere Leistungen und Ziele in ihrer Bedeutung für die Versorgung der Menschen darzustellen, setzen wir auf zeitgemäße Öffentlichkeitsarbeit. Das St. Johannisstift versteht sich als diakonische Einrichtung in der pluralen Gesellschaft. Unser diakonischer Auftrag verpflichtet uns, auch öffentlich für die Belange der Menschlichkeit einzutreten. Wir arbeiten mit anderen Einrichtungen in konfessioneller oder anderer Trägerschaft konstruktiv zum Wohl der Menschen zusammen.

Schlussbemerkung

Unsere Leitlinien beinhalten Ziele und beschreiben Ansprüche an uns selbst. Wir sind uns bewußt, daß die Spannung zwischen unseren Zielen und dem Arbeitsalltag groß sein kann. Wir wollen uns damit jedoch nicht zufriedengeben, sondern unseren eigenen Beitrag dazu leisten, daß Anspruch und Wirklichkeit einander näher kommen.