Gewinn für Patienten und Mitarbeiter

07. März 2012 - 19:05 Uhr

Krankenhaus St. Johannisstift stärkt seine Mitarbeiter durch die Beteiligung am Projekt "Existenzielle Kommunikation"

(v. l.): Die Weiterbildungsteilnehmerin Juliane Niess, Gesundheits- und Krankenpflegerin, mit dem Schulungsteam Pastor Michael Stanke, Gabriele Jancke, Martina Kessler und DEVK-Referentin Stefanie Joeres

2010 startete das Diakonische Werk der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) das bundesweite Projekt "Existenzielle Kommunikation und Spiritualität in der Pflege". Von Anfang an dabei: das St. Johannisstift Ev. Krankenhaus Paderborn GmbH. Jetzt erhielten 30 Mitarbeiter aus der Pflege des Krankenhauses ihr Zertifikat über die erfolgreiche Teilnahme.

Im Krankenhausalltag spielen existenzielle Fragen eine große Rolle. Eine schwere Diagnose, veränderte Lebenssituationen oder das nahende Lebensende belasten Patienten und Angehörige, aber auch die Pflegenden. Der Arbeitsalltag ist bisweilen dicht gedrängt, sodass den Pflegekräften nicht immer das Ausmaß an Zeit für den einzelnen Patienten zur Verfügung steht, wie sie es sich vielleicht wünschen. Das macht Pflegekräfte oft unzufrieden. Hier besteht sogar die Gefahr einer Berufsverdrossenheit – sind doch gerade Pflegende häufig deshalb in ihrem Beruf, weil sie unmittelbar und direkt helfen wollen. "Durch die Teilnahme am Projekt der Diakonie haben wir einen aktiven Beitrag zur Stärkung unserer Mitarbeitenden geleistet", sagt Michael Blumenröhr, Pflegedirektor im Krankenhaus St. Johannisstift.

Im Mittelpunkt des Projektes stand, Pflegende zu befähigen, ihre persönliche Spiritualität als Ressource für die berufliche Tätigkeit zu erkennen und Methoden zu erlernen, diese Ressource auch zu nutzen. Gleichzeitig wurden kommunikative Kompetenzen vermittelt, um die Zeit mit den Patienten, so gut zu nutzen, dass sowohl Patient als auch Pflegepersonal Kraft aus persönlichen Gesprächen schöpfen können. Das Projekt bietet für die Mitarbeitenden damit eine sinnvolle Burn-out-Prophylaxe und für die Patienten ein Mehr an Zuwendung. "Als Unternehmen der Diakonie ist es uns besonders wichtig, unseren Patienten nicht nur fachlich kompetent zu begegnen, sondern ihnen auch menschlichen und christlichen Beistand zu leisten", betont Blumenröhr.

So konnten über einen Zeitraum von anderthalb Jahren die Mitarbeiter in mehreren Kursen in ihrer Sprachfähigkeit und Selbstwahrnehmung gestärkt werden. In praktischen Gesprächsübungen reflektierten sie ihr eigenes Verhalten zum Beispiel in Konfliktsituationen oder bei schwierigen Fragestellungen und lernten sinnvolle Lösungswege kennen. Die Kursteilnehmer lernten, wie sie gesundheitsfördernde Ansätze von Spiritualität, beispielsweise Entspannungsübungen oder Meditationsübungen, für die Patienten und auch für sich selbst nutzen können.

Ein interdisziplinäres Schulungsteam, bestehend aus dem evangelischen Pastor Michael Stanke, der Persönlichkeitstrainerin und Seelsorgerin Martina Kessler und der Diplom-Pflegepädagogin Gabriele Jancke, begleitete die Teilnehmer.