Was tun im Notfall ?

Das richtige Verhalten im Notfall ist wichtig. Keine Frage. Doch was genau ist überhaupt ein Notfall? Wann gehe ich ins Krankenhaus, wann zum ärztlichen Bereitschaftsdienst und wann in die Notfallambulanz im MediCo?

Einige Menschen, die in ihrer Not Hilfe im Krankenhaus suchen und selbstverständlich auch erhalten, hätten auch gut vom ärztlichen Bereitschaftsdienst versorgt werden können. Doch wann gehe ich wohin? Wer nachts oder am Wochenende einen Arzt benötigt, sich also in einem dringlichen, aber nicht akut lebensbedrohlichen Zustand befindet, kann deutschlandweit die kostenlose Telefonnummer 116 117 anrufen. Der Anrufer wird automatisch mit dem nächstliegenden Bereitschaftsdienst verbunden. In Paderborn gibt es aus diesem Grund die Notfallambulanz im MediCo. Der Name ist etwas irreführend, handelt es sich doch eher um einen ärztlichen Notdienst als um eine Notfallambulanz wie beispielsweise hier im Ev. Krankenhaus St. Johannisstift.

Es gilt aber weiterhin:
Handelt es sich um einen lebensbedrohlichen Notfall, ist unbedingt die 112 zu wählen oder ein Krankenhaus aufzusuchen. Es gibt jedoch viele Situationen, in denen Sie medizinische Hilfe benötigen, es jedoch kein Notfall ist. Ein Notfall, bei dem Sie das Krankenhaus aufsuchen sollten oder die 112 rufen sollten, ist zum Beispiel: akute Atemnot, akut auftretende Brustschmerz, akute Blutungen, Frakturverdacht, plötzliche Ohnmacht, Lähmungserscheinungen oder plötzlicher Sehverlust. In vielen anderen Fällen können Sie gut zu Ihrem Hausarzt gehen oder den ärztlichen Bereitschaftsdienst anrufen und erfahren, welcher Arzt gerade den Notdienst macht.

Ev. Krankenhaus St. Johannisstift

05251 401-0

Notfallnummern im Überblick

lebensbedrohliche Notfälle

112

ärztlicher Bereitschaftsdienst (auch Augen- und HNO-Arzt)

116 117 (Mobilfunk oder Festnetz)

Notfallambulanz im MediCo, Husener Str. 48, 33098 Paderborn

(05251) 280600

zahnärztlicher Notdienst

(01805) 98 67 00

Apotheken Notdienst

(01378) 8822833 (Mobilfunk) oder 22833 (Festnetz)

Giftnotrufzentrale Bonn

(0228) 19240

Kampagne "Notaufnahme in Not"

Nach übereinstimmender Aussage der Mitarbeitenden in den Notaufnahmen in ganz Deutschland handelt es sich bei einem großen Teil der Fälle um „Bagatellerkrankungen“ (z.B. Zeckenbiss oder Hexenschuss), wobei die Notaufnahme von Krankenhäusern nur den echten Notfall-Patienten vorbehalten sein sollte.

Diese Entwicklung hat die vier Paderborner Krankenhäuser, die Kassenärztliche Vereinigung mit ihren rund 400 niedergelassenen Ärzten im Kreis, die ortsansässigen Krankenkassen sowie die Feuerwehr dazu veranlasst, eine gemeinsame Kampagne  ins Leben zu rufen. Die Kampagne „Notaufnahme in Not“ soll Patienten für die Problematik eines  Besuches in der Notaufnahme sensibilisieren.  Sie soll außerdem denjenigen, die medizinische Hilfe benötigen, helfen, schnell die richtige Anlaufstelle zu finden und mit den vorhandenen Ressourcen der ärztlichen und pflegerischen Notfallversorgung verantwortungsvoll umzugehen. Denn, so die Kampagne: „Ein Schnupfen verstopft die Notaufnahme“.

Wird medizinische Hilfe benötigt, ist es im Interesse aller, dass sich Erkrankte oder Verletzte an die richtige Stelle wenden:

  • Immer dann, wenn eine Situation lebensbedrohlich sein könnte, beispielsweise akute Blutungen, Frakturverdacht, akute Atemnot, Brustschmerz, Ohnmacht,  Lähmungserscheinungen oder plötzlicher Sehverlust, liegt ein klarer Notfall vor. Zögern Sie nicht und wählen Sie die 112.
  • Bei allen anderen Erkrankungen und Verletzungen gilt: Der Hausarzt ist der erste Ansprechpartner für gesundheitliche Fragen. Er kennt Ihre Krankheitsgeschichte und wird den richtigen Behandlungsweg finden.
  • Für den unvorhersehbaren Fall, dass Ihr Hausarzt nicht erreichbar ist, wenden Sie sich an den jeweiligen Vertreter. Wenn alle Praxen geschlossen haben (etwa Mittwochnachmittag, zu Abendzeiten oder an Wochenenden), haben die niedergelassenen Ärzte im Kreis Paderborn eine Bereitschaftsdienstpraxis im MediCo, Husener Straße 48 (auf dem Gelände des Brüderkrankenhauses St. Josef) eingerichtet. Wenn Sie nicht selbst dorthin kommen können, sind auch Hausbesuche möglich. Informationen und Öffnungszeiten der Bereitschaftsdienstpraxis finden Sie auch HIER.