Welche Patienten werden in der Geriatrie behandelt?
Ein geriatrischer Patient ist medizinisch definiert durch:
- geriatrietypische Multimorbidität (das gleichzeitige Bestehen mehrerer Störungen oder Erkrankungen)
- ein höheres Lebensalter als 70 Jahre
- und durch das Vorliegen einer geriatrischen Hauptdiagnose oder eines geriatrietypischen Multimorbiditätskriteriums
Geriatrietypische Hauptdiagnosen sind:
- Akuter Schlaganfall und andere akute cerebrovaskuläre Erkrankungen im Alter über 70 Jahre
- nicht-alkoholisches Delir und andere hirnorganische Psychosen
- Hüftgelenksnahe Fraktur mit Zustand nach chirurgischer Versorgung
- Andere Frakturen und Verletzungen
- Spondylopathien und Diskopathien, ggf. mit Zustand nach Laminektomie (degenerative Wirbelsäulen- und Bandscheibenerkrankungen, ggf. nach Operation)
- Cox- und Gonarthrose mit Zustand nach Implantation einer Endoprothese (Hüft- und Kniegelenksarthrose nach Gelenkersatz)
- Andere Arthropathien
- Dekompensierte Herzinsuffizienz (schwere Herzschwäche)
- Exazerbierte chronisch-obstruktive Lungenerkrankung (schwere chronisch-obstruktive Lungenerkrankung mit häufigen Infektionen )
- Pneumonie und andere Infektionen der Atemwege
- Arterielle Verschlusskrankheit mit Zustand nach Amputation oder anderer Operation
- Koronare Herzerkrankung (Herzgefäßerkrankungen, KHK) und andere Herzkrankheiten mit Zustand nach herzchirurgischem Eingriff
- Andere Infektionen
- Komplikationen nach chirurgischen Eingriffen und medizinischer Behandlung
Geriatrietypische Multimorbiditätskriterien:
- Immobilität
- Sturzneigung und Schwindel
- Kognitive Defizite
- Inkontinenz
- Dekubitalulcera
- Fehl- und Mangelernährung
- Störungen im Flüssigkeits- und Elektrolythaushalt
- Depression, Angststörung
- Chronische Schmerzen
- Sensibilitätsstörungen
- Herabgesetzte Belastbarkeit, Gebrechlichkeit (Frailty)
- Starke Seh- oder Hörbehinderung
- Medikationsprobleme
- Hohes Komplikationsrisiko
- Verzögerte Rekonvaleszenz
