Risiko Gefäßerkrankungen – oft unterschätzt

Die Angiologie ist der medizinische Fachbereich, der sich mit Gefäßerkrankungen beschäftigt. Die Risiken von Gefäßerkrankungen werden jedoch oft unterschätzt. Eine frühzeitige Diagnose und passende Therapie ist daher das A und O.

In enger Zusammenarbeit mit der Praxis für Gefäßmedizin (Oberarzt Dr. Olaf Schibille) werden diagnostische Gefäßuntersuchungen wie Farbduplex-Sonografie usw. durchgeführt. Zudem besteht ein intensiver Austausch mit der mit der Klinik für Chirurgie.

Die Gefäßerkrankungen, und hier insbesondere die der Arterien, zählen in Deutschland zu den häufigsten Erkrankungen. Sind Blutgefäße im Körper geschädigt, so können sie den Blutfluss nicht mehr optimal gewährleisten und es kann zu schweren Funktionsstörungen in den betroffenen Körperregionen kommen. Typische Auslöser für Gefäßkrankheiten sind Rauchen, Fettstoffwechselstörungen (Cholesterin), Diabetes, Stress und Bewegungsmangel. Besonders im Fokus steht dabei der Bluthochdruck, der bei jedem zweiten Menschen zwischen 60 und 65 Jahren vorliegt. Denn er schädigt die empfindliche Innenwand der Gefäße, das sogenannte Endothel, und macht es anfällig für gefährliche Ablagerungen. Ein intaktes Endothel ist aber die Grundlage für eine gute Durchblutung.

Es ist daher wichtig, dass Sie sich bei Beschwerden frühzeitig untersuchen lassen, damit wir die adäquate Therapie für Sie einleiten können. Zu den Gefäßerkrankungen gehören zum Beispiel

  • periphere arterielle Verschlusskrankheit (pAVK)
  • Arteriosklerose
  • Verengung der Halsschlagader (Carotisstenose)
  • Bauchaortenaneurysma (BAA)
  • Thrombose und Lungenembolie
  • Krampfaderleiden (Varikosis)

Das Hauptsymptom bei arteriellen Erkrankungen ist die sogenannte „Schaufensterkrankheit“ (pAVK), da beim Gehen Beinschmerzen auftreten und man wiederholt stehen bleiben muss. Schwindel hingegen kann zum Beispiel, neben anderen Symptomen, bei einer Verengung der Halsschlagadern auftreten. All das fällt unter den Begriff der „Arteriosklerose“. 

    Welche Methoden der Diagnose gibt es?

    Zur Diagnostik von Gefäßverengungen und -verschlüssen kommen folgende Methoden zum Einsatz:

    nichtinvasiv

    • Verschlussdruckmessung der Arterien
    • Farbcodierte Ultraschalluntersuchungen aller Gefäßregionen (Farb-Duplexsono)
    • Sauerstoffmessung durch die Haut (transkutane Sauerstoffmessung)
    • Kapillarmikroskopie
    • Durchblutungsmessung der Finger- und Zehenarterien (Photoplethysmographie/PPG)

    invasive

    • Katheterdarstellung des betroffenen arteriellen Systems unter Röntgenkontrolle (Angiographie)
    • Röntgenuntersuchung der Venen mit Kontrastmitteln (Phlebographie)
    • Messung des Venendrucks (Phlebodynamometrie)

    Viele dieser invasiven Untersuchungen können ambulant durchgeführt werden, sodass Sie bereits wenige Stunden danach wieder nach Hause können.

    Welche Therapiemöglichkeiten von Gefäßerkrankungen gibt es?

    • Verabreichung von Medikamenten direkt in die erkrankten Arterien
    • Wiederöffnung von verengten oder verschlossenen Gefäßabschnitten mittels Ballonbehandlung und, falls notwendig, mit der Einlage von Gefäßstützen (Stents)
    • Direkte Auflösung von frisch mit Thromben verschlossenen Gefäßabschnitten durch eine medikamentöse Auflösungsbehandlung direkt im Gefäß (Lyse)
    • Verbindung von Ballonbehandlungen und gefäßchirurgischer Rekonstruktion in einer Sitzung (Kombinationseingriffe) in Hybrid-OP

    Angiologie und Gefäßchirurgie haben eine jahrelange Tradition in unserem Krankenhaus. 2003 wurden die Angiologie und die Gefäßchirurgie im ersten Gefäßzentrum in der Region zusammengefasst.

     Gefäßzentrum

    Klinik für Innere Medizin und Geriatrie

    05251 401-211

    Sprechstunden

    Klinik für Innere Medizin und Geriatrie

    Chefärztin Dr. Anke Nolte
    Termine für Privatpatienten montags bis freitags ab 15 Uhr
    bitte Terminvereinbarung vorab unter: (05251) 401-7021

    Internistische, angiologische Privat-Sprechstunde

    ehem. Chefarzt Dr. Jochen-Ernst Matzke
    täglich nach Vereinbarung
    05251 401-420

    Herzschrittermacher, Defibrilator- und CRT-Ambulanz

    Oberarzt Dr. Jörg Stachowitz
    Mo, Mi und Fr 14.30 bis 16.30 Uhr und nach Vereinbarung
    05251 401-420

    Diabetologische Fußambulanz

    Oberärztin Dr. Hiltrun Erle
    Mo und Mi von 14 bis 16 Uhr
    05251 401-420