Das Sophie Cammann-Haus
Menschen mit Demenz benötigen eine Umgebung, die Wahrnehmungsstörungen und Erinnerungsdefizite kompensieren und deren Folgen entgegenwirken kann. Genau darauf ist das Angebot im Sophie Cammann-Haus ausgerichtet.
Der Neubau mit 70 Plätzen orientiert sich an modernsten Erkenntnissen.
50 Plätze stehen in Einzelzimmern zur Verfügung, 20 Plätze (zum Beispiel auch für Paare) in 10 Doppelzimmern. Das Sophie Cammann-Haus ist architektonisch wie konzeptionell speziell zugeschnitten auf die Betreuung und Pflege sowie die Bedürfnisse von Menschen mit Demenz. Es entsteht ein gut überschaubares Wohnangebot mit emotionalen Orten.
Privatheit und Begegnung sind gleichermaßen möglich. Ebenso bietet das Haus in hohem Maße Sicherheit für die Bewohner und gleichzeitig eine leichte Orientierung. Auch die Möglichkeit zum Aufenthalt im Garten besteht.
Die Architektur des Sophie Cammann-Hauses ist dreigeschossig, achtförmig und mit viel Glas gestaltet. Je Geschoss findet eine Wohngruppe mit 20 bis 25 Bewohnern um zwei geschützte, begrünte Lichthöfe Platz.
Die Gemeinschaftsflächen liegen als "Treffpunkte" in der Mitte jeder Gruppe (soziale Mitte), etwa die offene Wohnküche, der atmosphärische Wohnzimmerbereich (zum Beispiel mit Kaminzimmer, Bibliothek und Gartenzimmer) und eine großzügige Loggia.
Jedes der großzügigen Zimmer ist mit eigenem Bad und großem französischem Fenster ausgestattet. Die bis zum Boden reichenden Sicherheitsfenster sorgen für Helligkeit und ermöglichen einen weiten Blick ins Freie.
Bewegungsräume und soziale Mitte ergeben einen optimalen Rundgang ohne Sackgasse mit außerordentlich guter Orientierung für die Bewohner wie Betreuer. Die großzügige Gestaltung bietet den Bewohnern viele Bewegungsmöglichkeiten.
Auch der große Garten ist Bestandteil des Pflege- und Betreuungskonzeptes und maximal auf die Bedürfnisse der Bewohner ausgerichtet. Als Garten der Sinne werden dort das Hören (Wasserplätschern), das Riechen (unterschiedlich duftende Gewächse) und auch das Schmecken (Naschen von Früchten) eine große Rolle spielen. Der Aufenthalt draußen bietet so eine Fülle von Anregungen und Erinnerungen.
Die Architektur des Sophie Cammann-Hauses ist bestmöglich auf die Bedürfnisse von Menschen mit Demenz abgestimmt und bietet den idealen Rahmen, um unsere Betreuungsziele optimal umzusetzen.
Sophie Cammann
Als das 1862 gegründete St. Johannisstift Paderborn 1863 seine Arbeit aufnahm, waren zwei Diakonissen aus dem Mutterhaus in Kaiserswerth in der Stiftung tätig: Sophie Cammann und Lina Opfer. Sophie Cammann wirkte 15 Jahre lang im St. Johannisstift. Nun ist sie die Namensgeberin des Zentrums für Menschen mit Demenz, des Sophie Cammann-Hauses.
Sophie Cammann kam am 14. März 1825 in St. Magnus bei Bremen zur Welt. Einige Wochen vor ihrer Konfirmation verstarb ihr Vater, woraufhin sie beschloss, ein frommes Leben zu führen. Als sie 18 Jahre alt war, verstarb ihre ältere Schwester nach schwerer Krankheit. Der tiefe Glaube ihrer Schwester wurde ihr zum Vorbild und sie verspürte den Wunsch, in Kaiserswerth den Diakonissen beizutreten. Sophies Mutter erlaubte ihr zunächst jedoch nicht, diesen Schritt zu gehen. Erst neun Jahre später erfüllte sich ihr Wunsch: Am 29. November 1855 trat Sophie Cammann als Probeschwester in Kaiserswerth ein und am 17. Januar 1858 wurde sie eingesegnet.
Sophie Cammann arbeitete an verschiedenen Orten, in Krankenhäusern, "Mägdeanstalten", in Familien, in der Lazarettpflege, im Waisenhaus und als Hausmutter in Salem. Nachdem sie Jahre zuvor eine Cholera-Erkrankung überlebt hatte, erlitt sie 1877 einen Schlaganfall und kehrte ins Mutterhaus zurück. Sie erholte sich aber wieder so weit, dass sie noch bis kurz vor ihrem Tod arbeiten konnte. Sophie Cammann verstarb am 2. Mai 1879.
In Kaiserswerth stand das weltweit erste Diakonissenhaus der Neuzeit (gegründet 1836). Das Mutterhaus bot - und bietet bis heute - evangelischen Frauen aller sozialen Schichten eine qualifizierte Ausbildung zur Krankenpflegerin, Gemeindeschwester, Erzieherin oder Lehrerin an.
