Der Name Sophie Cammann-Haus
Als das 1862 gegründete St. Johannisstift Paderborn 1863 seine Arbeit aufnahm, waren zwei Diakonissen aus dem Mutterhaus in Kaiserswerth in der Stiftung tätig: Sophie Cammann und Lina Opfer. Sophie Cammann wirkte 15 Jahre lang im St. Johannisstift. Nun ist sie die Namensgeberin des Sophie Cammann-Hauses.
Sophie Cammann kam am 14. März 1825 in St. Magnus bei Bremen zur Welt. Einige Wochen vor ihrer Konfirmation verstarb ihr Vater, woraufhin sie beschloss, ein frommes Leben zu führen. Als sie 18 Jahre alt war, verstarb ihre ältere Schwester nach schwerer Krankheit. Der tiefe Glaube ihrer Schwester wurde ihr zum Vorbild und sie verspürte den Wunsch, in Kaiserswerth den Diakonissen beizutreten. Sophies Mutter erlaubte ihr zunächst jedoch nicht, diesen Schritt zu gehen. Erst neun Jahre später erfüllte sich ihr Wunsch: Am 29. November 1855 trat Sophie Cammann als Probeschwester in Kaiserswerth ein und am 17. Januar 1858 wurde sie eingesegnet.
Sophie Cammann arbeitete an verschiedenen Orten, in Krankenhäusern, "Mägdeanstalten", in Familien, in der Lazarettpflege, im Waisenhaus und als Hausmutter in Salem. Nachdem sie Jahre zuvor eine Cholera-Erkrankung überlebt hatte, erlitt sie 1877 einen Schlaganfall und kehrte ins Mutterhaus zurück. Sie erholte sich aber wieder so weit, dass sie noch bis kurz vor ihrem Tod arbeiten konnte. Sophie Cammann verstarb am 2. Mai 1879.
In Kaiserswerth stand das weltweit erste Diakonissenhaus der Neuzeit (gegründet 1836). Das Mutterhaus bot - und bietet bis heute - evangelischen Frauen aller sozialen Schichten eine qualifizierte Ausbildung zur Krankenpflegerin, Gemeindeschwester, Erzieherin oder Lehrerin an.
Sophie Cammann arbeitete von 1863 bis 1878 im St. Johannisstift. Schon damals war die Betreuung älterer hilfebedürftiger Menschen ein Schwerpunkt der Arbeit. Sophie Cammann war zu ihrer Zeit da für die Menschen, die ihre Hilfe brauchten, und wurde so zur Namensgeberin des Sophie Cammann-Hauses, das sich um ein drängendes Problem unserer Tage kümmert: um die Versorgung von demenziell erkrankten Menschen.
