Unser Betreuungs- und Pflegeverständnis

Die Begleitung und Pflege von demenziell veränderten Menschen setzt ein Pflegeverständnis voraus, das nicht geprägt ist von der Arbeit an gestörten Funktionen und Problemen, dem Verweilen in Routinen und Funktionalem, sondern davon, wie Begleitung und Pflege durchgeführt und verhandelt werden, ob Beteiligung möglich ist. Der Betreuungs- und Pflegeprozess rückt ins Zentrum der Aufmerksamkeit, er orientiert sich an der Person und ihrem Wohlbefinden und folgt somit dem personenzentrierten Ansatz nach Tom Kitwood.

Unsere Haltung gegenüber den uns anvertrauten Menschen ist geprägt durch Empathie (einfühlendes Verstehen), Wertschätzung (nicht wertendes Verstehen) und Kongruenz (Echtheit).

Wichtiger Baustein ist hierbei die Bezugspflege. Jeder Bewohner hat eine Fachkraft als feste Bezugsperson, sie steuert und verantwortet den gesamten Betreuungs- und Pflegeprozess "ihres" Bewohners. Gerade für demenziell veränderte Menschen ist dies von besonderer Bedeutung. Sie verkennen Alltagssituationen und Begegnungen und deuten diese anders. Bekanntes wird plötzlich fremd und bedrohlich. Daher brauchen Menschen mit Demenz ein besonders Maß an Toleranz und Freiraum, aber auch Sicherheit durch bindungsfähige Personen, die in der Lage sind, ihre Bedürfnisse wahrzunehmen und anzuerkennen.

Unser Pflegemodell ist angelehnt an die "fördernde Prozesspflege" nach Professor Monika Krohwinkel. Das Pflegemodell nach Krohwinkel ist ein primär personenbezogenes, fähigkeits- und förderorientiertes System, das sich an Ressourcen und weniger an Defiziten orientiert. Im Mittelpunkt stehen der zu betreuende Mensch, aber auch seine engen Bezugspersonen. Fördernde Prozesspflege kann erreicht werden, wenn betreuende, pflegerische Handlungen begründet und für andere sichtbar dargestellt werden, wenn der zu pflegende Mensch ganzheitlich gesehen wird, wenn Kontinuität in seinen Beziehungen und Pflegeprozessen gewährleistet wird und seine Unabhängigkeit und sein Wohlbefinden im Vordergrund stehen. Ziel ist dabei, durch Förderung der Fähigkeiten ein Höchstmaß an Unabhängigkeit, Wohlbefinden und Lebensqualität der einzelnen Personen zu erhalten oder wiederzuerlangen.

Unser Pflegeverständnis im Einzelnen:

  • Betreuung und Pflege nach dem Pflegemodell von Professor Monika Krohwinkel
  • Förderung von verbliebenen Fähigkeiten - ohne zu überfordern
  • Berücksichtigung der Biografie des Bewohners
  • Angehörigenarbeit
  • Bezugspflege
  • Alltagsorientierte Begleitung
  • Fortbildung der Mitarbeiter
  • Präsenzdienst und tagesstrukturierende Maßnahmen im Tagesraum
  • Normalisierung - Akzeptanz der Realität und Erlebensweise des Menschen mit Demenz

Kontakt

Sophie Cammann-Haus
St. Johannisstift Paderborn
Tel.: (0 52 51) 4 01-1 51
E-Mail: u.kamphues-janson[at]johannisstift.de