Tante Emma-Laden feierte fünfjähriges Jubiläum
Der Tante Emma-Laden im Dietrich Bonhoeffer-Haus ist ein
beliebter Treffpunkt für Bewohner, Angehörige und Besucher der
Altenhilfeeinrichtungen des St. Johannisstift an der Reumontstraße. Ende April
feierte das "Lädchen" sein fünfjähriges Bestehen mit einer kleinen Feier. Der
ehrenamtlich geführte Tante-Emma-Laden bietet neben ausgewählten
Produkten für den täglichen Bedarf viele Gelegenheiten zum gemütlichen
Miteinander − ob ein kleiner Plausch bei einer Tasse Kaffee, ein Blick auf die
Lieblingsseiten im Internet oder Fotobetrachtungen auf dem Computer.
Geöffnet ist dienstags von 15 bis 17 Uhr und freitags von 9 bis 11 Uhr.
Das Angebot wäre ohne die Unterstützung von Freiwilligen nicht möglich. Vier
ehrenamtliche Mitarbeiterinnen realisierten die Gründung 2007: Margarete
Montag, Renate Sauer, Christa Rieke-Zapp und Rita Schäfer. Viele Bewohner
des Dietrich Bonhoeffer-Hauses, der Kurzzeitpflege, des Ev. Altenheims oder
des Sophie Cammann-Hauses nutzen das besondere Angebot des "Lädchens"
regelmäßig. Rund 15 Besucher kommen jeden Dienstag auf einen Plausch
vorbei, freitags sind es bis zu 40 Gäste. "Dass dieses ehrenamtliche Projekt
sich so entwickelte, ist vor allem wegen des Engagements der Ehrenamtlichen
möglich. Auf diesem Wege sage ich im Namen aller: Danke!
Es ist nie selbstverständlich, sich so stark in den Dienst einer ehrenamtlichen Aufgabe
zu stellen", bedankt sich Hausleitung Andrea Bochmann.
Seit diesem Jahr führen Christa Rieke-Zapp und Rita Schäfer den Treffpunkt
zu zweit. "Um die beiden zu entlasten, möchten wir zusätzlich Ehrenamtliche
für unseren Tante-Emma-Laden gewinnen. Wer also Lust hat, mitzumachen,
kann sich gerne bei mir melden", lädt Andrea Bochmann Interessierte ein.
Freiwillige, die an einer ehrenamtlichen Tätigkeit in angenehmer Atmosphäre
interessiert sind, können sich an Andrea Bochmann wenden unter der
Rufnummer (0 52 51)4 01-4 44 oder der E-Mail-Adresse
a.bochmann[at]johannisstift.de
Duo Kupferklang im Februar 2012
Marlene Dietrich und Trude Herr im Dietrich Bonhoeffer-Haus
"Typisch!", sagte eine Einwohnerin beim Lesen des Titels dieses Artikels, "neulich hieß es, alle Apartments seien vermietet!" Verehrte imaginäre Seniorin, die Aussage der Hausleitung stimmt. Und die beiden im Programm angekündigten Repräsentantinnen der leichten Muse haben sich auch nicht materialisiert und in Gestalt des Mediums Ulrike Pinhammer hier eingemietet. Bei genauem Lesen stellt man fest, dass das Programm einwandfrei von "im Stil von Marlene und Trude" sprach, und das ist etwas ganz anderes.
Chanson und Couplet - das eine witzig-frivol, vorwiegend von den Franzosen besetzt, das andere mehr derb-direkt als "Stief-Zwilling" dazu - passt das zusammen? Natürlich! Man muss nur Ulrike Pinhammer heißen, über das Timbre, das Talent, die Ausstrahlung und - last but not least! - den einfühlsamen Begleiter am Piano verfügen. All das war vorhanden, wurde hundertprozentig geboten, und die Zuhörer genossen es sichtlich. 
Die rauchig-verführerische Stimme der Dietrich und die fast immer ein wenig klamaukige Art der Herr wurden nicht nachgeahmt - es wären wohl wenig gelungene Imitationen geworden. Nein, mit der Stimme und der Art des Vortrages muss Ulrike Pinhammer Ulrike Pinhammer bleiben! Das Motto der Veranstaltung bezog sich mehr auf die vielen bekannten Stücke, die der Zeit entsprachen, in der die Lieder und Zeilenpaare (so die wörtliche Übersetzung der beiden musikalischen Termini) en vogue waren und die Bewohner/innen noch selbst begeistert das Tanzbein schwingen konnten.
Auch neuere Songs, zum Teil aus eigener Feder der Interpretin, wurden geboten, um die gesamte Bandbreite des Repertoires auszuleuchten.
Die Stimme der Künstlerin ist für dieses Genre trefflich geeignet: Wandlungsfähig, mit der notwendigen Empathie für die Erfolgs-Schlager" der Zeit Mitte des letzten Jahrhunderts, einem Schuß ironischen Humors. Das alles verstärkt durch den am Flügel exzellent begleitenden Stefan Braun
- hierorts längst kein Unbekannter: Hat er uns doch mit dem SGB-Trio oder auch als Solist viele Male sehr schöne Stunden U-Musik geboten. Die Übereinstimmung der beiden Vortragenden kam auch in dem Rollenspiel Pater Brown/ Beichtende zum Ausdruck.
Der Applaus, sowohl als Zwischenbeifall denn auch als Schlußanerkennung, bewiesen: Alles ist angekommen, der Geschmack des Auditoriums wurde mittschiffs getroffen!
Sicherlich hat manch ein Zuhörer auf den klassischen Marlene-Song "Ich bin von Kopf bis Fuß auf Liebe eingestellt" gewartet. Vielleicht war das Duo so taktvoll, in einem Seniorenheim diesen Hit auszusparen. Der Verfasser dieser Zeilen - selbst in der Mitte seines neunten Lebensjahrzehnts - meint, dann hätte der Text geändert werden müssen in "Ich hab' von Kopf bis Fuß die Liebe eingestellt!" Das zu singen hätte aber die Interpreten um jeden Applaus gebracht, und der Autor dieser Textänderung verweist nur auf das Charakteristische des Chansons: pikant-witzig.
Ein gelungener Abend, ein herzliches Dankeschön, das auch der Hausherrin, Andrea Bochmann, gilt.
Kurt Sander
Bewohner des DBHes ©2012
Besondere Geburtstagsüberraschung
Once upon a time - es war einmal -, so könnte das Motto der Veranstaltung gelautet haben, die am 6. Februar 2012 im Dietrich Bonhoeffer-Haus stattfand. Denn für den völlig ahnungslosen Mitbewohner, Robert Lütke, war die Vollendung seines 89. Lebensjahres wie ein Märchen.
Da war ein Nachmittag mit "Erzähltes, Erlebtes und Erlogenes"
angekündigt; der Vortrag sollte untermalt werden durch die Harfenistin Jenny Ruppik - keine Unbekannte hierorts. War sie doch vor knapp drei Jahren schon einmal Gast im DBH.
Die Hausherrin, Andrea Bochmann, eröffnete die Veranstaltung mit dem allgemeinen Gruß an das Auditorium und einem besonderen Grußwort an den Jubiliar. Vielleicht dämmerte es jetzt bei dem Robert Lütke, spätestens aber, als die Tochter die Bühne betrat, dem Vater gratulierte und drei Geschichten, Märchen aus fernen Landen und grauen Zeiten, ankündigte - Once upon a time... .
Die Geschichten waren nicht nur sorgfältig ausgesucht, sondern auch hervorragend erzählt: Das Timbre, die Ausdruckskraft, unterstützt durch sparsame, aber wirkungsvolle Gesten, riefen Spannung und Begeisterung beim Zuhörer hervor - das bewies der Applaus. Die musikalischen Überleitungen mit der Harfe - einem besonders passenden Instrument für diesen Anlass - schufen die richtige Stimmung, die noch verstärkt wurde durch das im pianissimo gehaltene Präludieren während des Sprechvortrages. Über Jenny Ruppiks Virtuosität zu sprechen, hieße nur, das vom Verfasser dieser Zeilen am 5. Mai 2009 Gesagte zu wiederholen.
Ein Geburtstag, der dem Jubiliar ganz sicher gefallen hat. Wir wünschen ihm, dass er daran noch recht viele Jahre zurückdenken kann.
Kurt Sander
Bewohner des DBHes.
Rustikaler Abend im Januar 2012
Der Verfasser dieser Zeilen hat vor langer Zeit einmal gesagt:
Ein Mann braucht Ideen - eine Frau braucht Orch-ideen!
Damit soll um Gottes Willen nicht angedeutet oder womöglich offen gesagt werden, dass das weibliche Geschlecht nur schmücken oder geschmückt werden soll. Denn dazu sind die Frauen seit langem schon viel zu emanzipiert. Bestes und aktuellstes Beispiel: Andrea Bochmann, die Leiterin des Betreuten Wohnens .
Sie hat schon vieles auf die Beine gestellt - man braucht nur, wie der Autor dieser Betrachtung, die Programme der bisherigen Veranstaltungen zu sammeln, um das bestätigt zu finden. Natürlich waren sie meist kultureller Art. Doch einen deftigen Abend zu arrangieren, quasi mit Schmalz locken (ohne solche zu besitzen), muss man kommen. Apropos kommen: Sie kamen fast alle, die Bewohnerinnen und Bewohner des DBHes. Schließlich wollte man doch wissen, was denn mit dem "schmalzigen" Abend gemeint war?! Ja, und wer die Ankündigung wörtlich nahm, wurde auch nicht enttäuscht: Mehrere Sorten Schmalz mit verschiedenen Brotsorten, obligaten Zugaben und den passenden Getränken. Und wer nun so gar nicht daran interessiert war, sein "Fett" von der Hausherrin zu kriegen, für den waren auch Butter und Aufschnitt vorhanden. Gewiss! Den römischen Feldherrn Lucullus hätte dieses Mahl nicht aus seiner Rüstung gehauen - doch das war ja auch nicht beabsichtigt! Jeder der Anwesenden fühlte sich wohl und sprach den reichlich vorhandenen Speisen und Getränken zu. Die Mienen und die Gespräche bestätigten: Ein sehr schöner, einmal ganz anders gestalteter Abend, der den Teilnehmern noch lange in guter Erinnerung bleiben wird. Vielen Dank, "Drea" für diese "Talg"-Show.
Kurt Sander
(Bewohner & Nutznießer)
Einweihung "Raum der Stille"
Raum der Stille im Dietrich Bonhoeffer-Haus eingeweiht
Viele Spender halfen mit
Seit Kurzem verfügt das Dietrich Bonhoeffer Haus St. Johannisstift Paderborn über einen eigenen, neu gestalteten Raum der Stille, der jetzt feierlich gesegnet wurde.
Andrea Bochmann leitet das Betreute Service-Wohnen für Senioren seit 2007. Seitdem verfolgte sie den Plan, für die Bewohnerinnen und Bewohner einen Raum zu realisieren, der Gelegenheit bietet zu Stille, Andacht oder Meditation, dazu Einkehr zu halten, sich zurückzuziehen, wann immer der Wunsch danach besteht.
Das Angebot wird darüber hinaus auch von Mitarbeitern genutzt. So finden z.B. Andachten während der Adventszeit oder in der Passionszeit statt.
Bochmann freut sich sehr, dass die Idee jetzt umgesetzt werden konnte und dankt den vielen Spendern die dazu beigetragen haben: "Von einer Idee bis zu ihrer Umsetzung braucht es immer ein bisschen Zeit. Der richtige Raum muss gefunden werden. Es ist zu entscheiden, wie er gestaltet werden soll. Viele Spender haben dazu beigetragen, dass aus der Idee Wirklichkeit werden konnte. Dafür gilt allen unser herzlicher Dank!"
Gespendet hatten insbesondere Besucher der regelmäßig bei freiem Eintritt angebotenen Kulturveranstaltungen im Dietrich Bonhoeffer-Haus.
Nach einer Sonatine, gespielt von Raphael Schütte auf dem E-Piano, eröffnete der Vorsitzende des Kuratoriums des St. Johannisstift, Pfarrer Gunnar Grahl, die Feierstunde und gab nach dem Gebet und dem Segenswunsch das Wort an Pfarrer Volker Neuhoff weiter, ebenfalls Mitglied im Kuratorium des St. Johannisstift und wesentlich an der Planung und Realisierung des neuen Raumes der Stille beteiligt. Der helle und freundliche Raum der Stille ist mit warmen Farben und Materialien gestaltet. Viel Licht und gleichzeitig eine besinnliche Atmosphäre erlaubt die künstlerisch gestaltete Fensterfront nach einem Entwurf des Paderborner Ateliers Lönne und Neumann, hergestellt durch die Glasmalerei Peters aus Paderborn. Neben einladenden, den Augen gleichzeitig Abwechslung und Ruhe bietenden Farbflächen vorwiegend in sanftem Gelb und Blau prägt ein Zitat Dietrich Bonhoeffers die Glasarbeit: "Nicht alle unsere Wünsche, aber alle seine Verheißungen erfüllt Gott ..."
Annegret Jäger, Vorstand des St. Johannisstift, dankte Andrea Bochmann für ihre Initiative, die das Angebot des Hauses für die hier lebenden Menschen um einen wichtigen Aspekt erweitert. So teilten alle Redner den Wunsch, der neue Raum der Stille werde vielen eine gute Anlaufstelle bieten und rege genutzt werden.

Foto 1: Im Raum der Stille (v. l.): Vorstand Annegret Jäger, der Vorsitzende des Kuratoriums Pfarrer Gunnar Grahl, Pfarrer Volker Neuhoff, Hausleitung Andrea Bochmann und Einrichtungsleiter Altenhilfe Longinus Lomp.

Foto 2: Nicht zuletzt die Glasarbeit verleiht dem Raum der Stille seine besondere Atmosphäre.
Foto 3: Mieterinnen und Mieter des Hauses bei der Einweihungsfeier.
Foto 4: Vorstand Annegret Jäger, Projektbeauftragte ev. Netzwerk Ingeborg Knust, Pfarrer Volker Neuhoff, Pfarrer Gunnar Grahl, Prälat Franz Hochstein.
Foto 5: Einrichtungsleiter Altenhilfe Longinus Lomp, Fachkraft für Gerontopsychiatrie Ursula Fischer, Pflegedienstleitung Ulrike Kamphues-Janson, MAV Vorsitzende Annette Rubert, Geschäftsbereichsleiter Antonius Matthias.
